Blauzungenskink / Tiliqua gigas
Tiliqua gigas ist ein großer, bodenbewohnender, schwerer Skink aus den feucht-warmen Regionen Indonesiens und Neuguineas. Er ist deutlich feuchtigkeitsliebender als der australische Tiliqua scincoides und benötigt konstante Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit, sehr gute Belüftung und ein großes Terrarium mit breiten Bodenflächen.
Größe und Gewicht
• Gesamtlänge: 45–60 cm
• Kopf-Rumpf-Länge: 15–20 cm
• Gewicht: 500–900 g
• Kräftiger Körperbau, kurze Gliedmaßen, breite Zunge (blau) als Drohmerkmal
Verbreitung und Lebensraum
• Indonesien (Molukken, Seram, Halmahera, Aru)
• Neuguinea
• Teilweise Nordaustralien (Unterartenkomplex)
Lebensräume:
• Feucht-warme Tropenwälder
• Waldränder
• Buschzonen mit dichter Laubschicht
• Mikrohabitate: feuchte, schattige Bereiche mit hoher Luftfeuchtigkeit
Ernährung
Omnivor, breites Nahrungsspektrum.
Tierisch:
• Schaben
• Heuschrecken
• Regenwürmer
• Schnecken
• Kleine Mengen magerer Fisch oder Ei
Pflanzlich:
• Dunkelgrüne Blätter (Endivie, Löwenzahn, Pak Choi)
• Gemüse: Kürbis, Zucchini, Paprika, Karotte
• Obst: Beeren, Mango, Papaya in kleinen Mengen
Fertigfutter:
• Hochwertige „Blue Tongue Skink“-Pellets
• Gelegentlich Katzenfutter in magerer Qualität (sehr sparsam)
Supplementierung:
• Calcium 2–3× pro Woche
• Vitamine 1× pro Woche
Lebenserwartung
• 15–20 Jahre
• In optimaler Haltung auch darüber
Haltung
Temperaturen:
• Grundtemperatur Tag: 28–32 °C
• Sonnenplatz: 38–42 °C
• Nacht: 22–25 °C
Luftfeuchtigkeit:
• Tag: 60–80 %
• Nacht: 80–90 %
• Feuchte Verstecke notwendig
• Kombination aus hoher Luftfeuchte und sehr guter Belüftung entscheidend
Terrarium und Einrichtung
Für ein adultes Tier:
Mindestmaß:
• 150 × 60 × 60 cm
Empfohlen:
• 180 × 80 × 70 cm
Einrichtung:
• Substrat: feuchthaltend, aber schimmelarm
– Kokoshumus, Erde, Laub, Rindenmulch
• Dicke Laubschicht
• Große Korkröhren, Rindenstücke, dichte Verstecke
• Flache, große Wasserschale
• Teilweise erhöhte Ebenen oder Wurzelstücke
• Wichtig: gute Belüftung trotz hoher Feuchte
Beleuchtung
• T5-HO UVB 6–12 %
• Metalldampflampe (HID) für Wärme
• LED-Vollspektrum zur Ausleuchtung
• Photoperiode: 12–13 Stunden
Tiliqua gigas profitiert deutlich von UVB, obwohl viele Tiere in der Terraristik früher ohne UV gehalten wurden.
Wasser
• Große Wasserschale
• Täglicher Wasserwechsel
• Tier badet gelegentlich, unterstützt Häutung
Sozialverhalten
• Einzelhaltung empfohlen
• Paar- oder Gruppenhaltung führt häufig zu Stress, Bissen und Dominanzproblemen
• Sehr neugierig, aber kräftige Bisse möglich
Typische Fehler in der Haltung
• Zu trockene Haltung
• Zu niedrige Temperaturen
• Zu wenig Belüftung → Atemwegsinfekte
• Zu proteinreiche oder fetthaltige Fütterung
• Keine feuchten Verstecke → Häutungsprobleme
• Zu kleine Grundfläche
Gut zu wissen
• Deutlich feuchter zu halten als die australischen Arten
• Verträgt keine dauerhafte Trockenhaltung
• Sehr robust bei artgerechten Parametern
• Ruhiges, aber kräftiges Tier mit starkem Futtertrieb