Tropfenkröte / Rhaebo guttatus (ehem. Bufo guttatus)
Die Tropfenkröte ist eine große, kräftige, aber vergleichsweise scheue Krötenart aus dem nördlichen Südamerika. Sie ist durch die auffälligen hellen seitlichen „Tropfenflecken“ und ihre rotbraune bis rostfarbene Grundfärbung erkennbar. Die Tiere leben bodennah in feuchtwarmen Regenwäldern und benötigen ein geräumiges Terrarium mit hoher Bodenfläche, viel Substrattiefe und stabilen Klimawerten. Ihr Giftsekret ist deutlich stärker als bei europäischen Kröten – sorgfältiger Umgang ist Pflicht.
Größe und Gewicht
• Körperlänge: 10–15 cm
• Gewicht: 200–400 g
• Weibchen deutlich größer und schwerer als Männchen
Verbreitung und Lebensraum
Herkunft:
• Brasilien (Amazonasgebiet)
• Peru
• Ecuador
• Kolumbien
• Guyana, Suriname
Lebensräume:
• Tieflandregenwald
• Feuchte Waldböden, Laubstreu und Bereiche in Gewässernähe
• Meist nachtaktiv, tagsüber versteckt unter Wurzeln, Laub oder Totholz
Ernährung in Terrarienhaltung
Karnivore, opportunistische Bodenjäger.
Geeignete Futtertiere:
• Mittelgroße bis große Grillen
• Heuschrecken
• Schaben (Dubia, Lateralis)
• Regenwürmer
• Asseln
• Schnecken
• Sehr selten: kleine Mäusepinkys (nicht notwendig, schnell Verfettung)
Fütterung:
• Adulte: 2–3× pro Woche
• Jungtiere: 4–5× pro Woche
• Jedes Futter mit Calcium + Vitaminpräparaten bestäuben
• Tiere sind extrem gierig → Überfütterung vermeiden
Lebenserwartung
• 10–15 Jahre üblich
• In optimaler Haltung bis 18+ Jahre möglich
Haltung
Temperatur:
• Tag: 24–28 °C
• Nacht: 20–23 °C
• Keine extremen Wärmespots – Überhitzung droht
Luftfeuchtigkeit:
• 70–90 %
• Regelmäßiges Sprühen
• Leichte Luftbewegung nötig, keine Staunässe
Terrarium & Einrichtung:
Für 1–2 Tiere: 120 × 60 × 60 cm (L × B × H)
→ Tropfenkröten sind groß, brauchen Bodenfläche und grabfähiges Substrat.
Einrichtung:
• 10–15 cm Erde/Kokoshumus/Laubmischung
• Wurzeln, Korkröhren, Rindenstücke als Verstecke
• Große Wasserschale (täglicher Wasserwechsel)
• Pflanzen möglich, aber robuste Arten (Philodendron, Pothos, Farne)
• Gute Belüftung zwingend
Beleuchtung:
• Helles Tageslichtspektrum
• UVB nicht zwingend, aber sehr niedrig schadet nicht
• 12-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus
Wasser:
• Große, flache Schale
• Sehr sauberes Wasser (Osmose/Regenwasser oder entchlort)
• Tiere baden und koten häufig im Wasser → tägliche Reinigung
Sozialverhalten:
• Grundsätzlich Einzelgänger
• Paarhaltung möglich bei genügend Platz
• Kannibalismus gegenüber kleineren oder schwächeren Individuen
• Sehr scheu, stressanfällig bei ständiger Störung
Besonderheit – Hautgifte:
• Sekrete sind stark reizend und toxischer als bei europäischen Kröten
• Hände nach Kontakt sofort und gründlich waschen
• Nicht ins Gesicht fassen, Schleimhautkontakt vermeiden
• Andere Haustiere (z. B. Hunde) unbedingt fernhalten