Vipernschwanzgecko / Hemidactylus imbricatus
Hemidactylus imbricatus ist ein mittelgroßer, nachtaktiver Gecko aus Süd- und Südostasien. Die Art besitzt einen auffällig segmentierten, „schuppig-verdickten“ Schwanz, der an kleine Vipernmuster erinnert. Sie ist bodennah bis stammbewohnend, benötigt hohe Wärme, mäßige bis hohe Luftfeuchte, viele Verstecke und eine gute Belüftung.
Die Art ist selten in der Terraristik und wird häufig mit Hemidactylus triedrus oder H. depressus verwechselt.
Größe und Gewicht
• Gesamtlänge: 12–17 cm
• Kopf-Rumpf-Länge: 6–8 cm
• Gewicht: 10–20 g
• Charakteristisch: stark gekielte, imbrizierte Schuppen am Schwanz, die ein „vipernschwanzähnliches“ Erscheinungsbild erzeugen
Verbreitung und Lebensraum
• Indien (Südindien), Sri Lanka
• Teile von Myanmar und Thailand (regional gemeldet)
Lebensräume:
• Trockene und feucht-warme Wälder
• Felszonen, Mauerspalten, trockene Laubschichten
• Oft in Bodennähe unter Steinen und Totholz
• Nachtaktiv, tagsüber versteckt
Ernährung
Reiner Insektenfresser.
Hauptfutter:
• Heimchen
• Grillen
• Schaben
• Heuschrecken in kleiner Größe
• Asseln
• Spinnen
• Käferlarven (sparsam)
Supplementierung:
• Calcium 2–3× pro Woche
• Vitamine 1× pro Woche
Lebenserwartung
• 6–10 Jahre
• Seltener bis etwa 12 Jahre
Haltung
Temperaturen:
• Tag: 26–30 °C
• Lokale Wärmeplätze: 32–34 °C
• Nacht: 22–24 °C
Luftfeuchtigkeit:
• Tag: 50–70 %
• Nacht: 70–85 %
• Leichtes Sprühen abends
• Feuchte Rückzugsstellen wichtig
Terrarium und Einrichtung
Für ein adultes Tier oder Paar:
Mindestmaß:
• 60 × 40 × 50 cm
Empfohlen:
• 80 × 45 × 60 cm
Einrichtung:
• Sand-Lehm- oder Erde-Sand-Mischung
• Flache Steine, Spalten, Korkstücke, Rindenverstecke
• Totholz und vertikale Strukturen
• Lebende Pflanzen optional (Ficus pumila, Moose)
• Trockene Bereiche + feuchte Verstecke
• Gute Luftzirkulation
Beleuchtung
• LED-Tageslicht zur Ausleuchtung
• Niedrigdosiertes UVB (2–5 %) empfehlenswert
• Wärmespot für lokale erhöhte Temperaturen
• Photoperiode: 12–13 h
Nachtaktive Geckos profitieren nachweislich von geringer UVB-Zufuhr.
Wasser
• Flache Wasserschale
• Trinken häufig Tropfwasser von Oberflächen
• Feuchtigkeit ohne Staunässe
Sozialverhalten
• Einzelhaltung oder 1.1 möglich
• Männchen nicht zusammen halten
• Weibchen untereinander teils kompatibel
• Scheu, aber nicht aggressiv
• Handling vermeiden, da Schwanzschuppen leicht abbrechen können
Typische Fehler in der Haltung
• Zu trockene Umgebung
• Dauerhafte Nässe im Substrat
• Zu niedrige Temperaturen
• Schlechte Belüftung → Atemwegsprobleme
• Falsche Artverwechslung (unpassende Parameter)
• Unzureichende Verstecke
Gut zu wissen
• Die Art ist territorial, aber weniger aggressiv als andere Hemidactylus-Arten
• Der Schwanz dient der Signalgebung und Tarnung
• Klettert gut, benötigt aber primär Bodennischen
• Eine robuste Art, wenn Temperatur- und Feuchtegradienten korrekt aufgebaut sind