Westafrikanischer Lidgecko / Hemitheconyx caudicinctus
Der Westafrikanische Lidgecko ist ein nachtaktiver, bodenbewohnender Gecko aus Westafrika. Er ähnelt dem Leopardgecko in Lebensweise und Körperbau, benötigt jedoch höhere Luftfeuchtigkeit, stabilere Temperaturen und mehr feuchte Rückzugsbereiche. Insgesamt gilt er als ruhige, robuste, aber feuchtigkeitsbedürftige Terrarienart.
Größe und Gewicht
• Gesamtlänge: 18–25 cm
• Kopf-Rumpf-Länge: 9–12 cm
• Gewicht: 50–90 g
• Kräftiger Körperbau, kurzer Kopf, bandierter Schwanz (Fettreserve)
Verbreitung und Lebensraum
• Westafrika: Togo, Ghana, Benin, Nigeria
• Übergangsgebiete zwischen Feuchtsavanne, Buschland und Waldrand
Lebensräume:
• Bodennahe Habitate mit Laubschicht
• Termitenhügel, Erdspalten, Wurzelhöhlen
• Nachtaktiv, tagüber in feuchten Erdhöhlen
• Klima: warm, mäßig feucht, keine reine Wüstenart
Ernährung
Reiner Insektenfresser.
Hauptfutter:
• Grillen
• Heimchen
• Schaben
• Heuschrecken
• Mehlwürmer/Zophobas in kleinen Mengen
• Asseln
• Käferlarven (sparsam)
Supplementierung:
• Calcium 2–3× pro Woche
• Vitamine 1× pro Woche
• D3 abhängig von der UVB-Versorgung
Lebenserwartung
• 10–15 Jahre
• Bei guter Haltung bis 18 Jahre möglich
Haltung
Temperaturen:
• Tag: 26–30 °C
• Wärmespot: 32–35 °C
• Nacht: 22–24 °C
• Bodentemperatur spielt eine große Rolle
Luftfeuchtigkeit:
• Tag: 50–70 %
• Nacht: 70–80 %
• Stabile feuchte Verstecke sind essenziell
• Keine dauerhaft nassen Substrate
Terrarium und Einrichtung
Für ein adultes Tier:
Mindestmaß:
• 60 × 45 × 45 cm
Empfohlen:
• 80 × 45 × 45 cm
Für ein Paar (1.1):
• 100 × 50 × 50 cm oder größer
Einrichtung:
• Substrat: Erde-Sand-Mischung oder Lehmsubstrat
• Dicke Laubschicht
• Feuchterd-Box oder Höhle mit feuchtem Moos
• Korkröhren, Rindenstücke, Steinhöhlen
• Flache Wasserschale
• Verstecke auf der warmen und auf der kühlen Seite
Beleuchtung
• Niedrigdosiertes UVB (5 %) empfehlenswert, aber nicht zwingend
• LED- oder T5-Tageslicht zur Grundbeleuchtung
• Wärmespot für lokale Temperaturzonen
• Beleuchtungsdauer: 10–12 Stunden
Nachtaktive Arten profitieren biologisch von moderater UVB-Zufuhr.
Wasser
• Flache Wasserschale
• Regelmäßiges leichtes Sprühen
• Feuchte Verstecke für sichere Häutung
Sozialverhalten
• Einzelhaltung oder 1.1 möglich
• Keine 1.2 oder Gruppenhaltung wegen Stress und Dominanz
• Männchen untereinander unverträglich
• Ruhige, stressarme Art
Typische Fehler in der Haltung
• Zu trockene Umgebung
• Keine feuchten Verstecke → Häutungsprobleme
• Zu niedrige Temperaturen
• Reines Sand- oder Wüstensubstrat (ungeeignet)
• Zu kleine Terrarien
• Füttern großer, schwer verdaulicher Larven
• Gruppenhaltung mit mehreren Männchen
Gut zu wissen
• Weniger aktiv als Leopardgeckos, ruhigeres Verhalten
• Fressen variabel, benötigen aber regelmäßige Calciumversorgung
• Sehr gute Wahl für Halter, die ein feucht-warmes Bodenhabitat korrekt einrichten können
• Robust, aber empfindlich gegenüber dauerhaft trockener Luft